Berlin Calling

Berlin Calling

„Neue Zeiten erfordern neue Ideen“ – das behauptet die SPD Bundestagsfraktion in ihrem Dialogpapier „Digitale Innovationen“. Die SPD, diese alte und ehrwürdige Partei, der immer so etwas wie der Duft des Gestrigen anhaftet möchte den Innovationsstandort Deutschland stärken. Für mich klingt das zunächst etwas gewagt. Trotzdem freue ich mich sehr, als ich eine Einladung der Projektgruppe #NeueErfolge der SPD in den Bundestag bekommen habe.

Ich mache mich also am 2. Juni auf in die Hauptstadt um als Geschäftsführer der „Provinzglück GmbH“ und als Initiator unseres neuen Start-Ups „Homepagemeister“ an der Dialogveranstaltung teilzunehmen. Es ist ein Traumwetter in der Hauptstadt. Ich bin ich etwas früher dort angekommen, um als Provinzler den Duft der großen, weiten Welt einzusaugen. Im Regierungsviertel erschallt Africa von Toto. Auf der Suche nach der Quelle dieser Beschallung lande ich beim Brandenburger Tor. Dort ist eine große Demo für die Energiewende im Gange. Das ist ein Anliegen, welches ich als Bad Endbacher natürlich zu 100% unterstütze und so gehe ich vor die Bühne und mische ich mich unter die Demonstranten.

Demostration für erneuerbare Energien vor dem Brandenburger Tor

Demostration für erneuerbare Energien vor dem Brandenburger Tor.

Nach ein, zwei weiteren Songs der Toto-Coverband verlasse ich den Platz wieder. Ich besuche noch das Mahnmahl für die im Nationalsozialismus ermordeten Juden und mache mich dann auf zum Reichstag. Die Kontrolle am Eingang erinnert an eine Flughafenkontrolle: Man legt alle Gegenstände auf das Band zum durchleuchten und geht selber durch den Scanner. Bei mir schlägt nichts an, ich kann also weiter gehen. Wir werden mit dem Aufzug zur Fraktionsebene gefahren.

In einem der vier Türme des Reichtagsgebäudes ist der Fraktionsraum der Sozialdemokraten: Gedämpftes Licht, kalte Getränke, drei Videoprojektoren und Techniker, die versuchen eine Skypeverbindung ins Silicon Valley aufrecht zu halten. Ich unterhalte mich mit Herrn Dr. Brodersen, dem Geschäftsführer von „iTerra“, einem Unternehmen, das sich mit verschiedenen erneuerbaren Energien beschäftigt. Das Thema scheint mich heute zu verfolgen.

Blick von der Fraktionsebene im Reichstag auf einen der Türme.

Blick von der Fraktionsebene im Reichstag auf einen der Türme.

Vor der Veranstaltung habe ich noch Gelegenheit, mit unserem Marburger Abgeordneten Sören Bartol zu reden. Abgeordnete Sabine Poschmann begrüßt die Gäste, das Dialogpapier „Digitale Innovationen“ wird kurz vorgestellt und es folgt der erste Höhepunkt der Veranstaltung: Live zugeschaltet aus dem Silicon Valley war Prof. Dr. Carsten Hahn und er beeindruckt nicht nur mit einem schönen Vornamen, sondern mit einigen sehr starken Thesen. Die Wirtschaft wird sich in den nächsten Jahren durch die Digitalisierung ganz massiv verändern und neue Wertschöpfungsketten werden entstehen. Als Beispiele führte er an, dass mit Airbnb der weltweit größte Vermieter nicht ein einziges Zimmer besitzt, Facebook, der größte Medienkonzern, kreiert gar keine eigenen Inhalte und Uber, das größte Taxiunternehmen weltweit, besitzt keine eigenen Fahrzeuge. Unternehmen müssen sich neu erfinden und eine Innovationskultur entwickeln. Die anschließende Diskussion bleibt nicht an der Oberfläche, sondern es wird von Seiten der Besucher sofort fachkundig reagiert. Das ist auch nicht wirklich verwunderlich, denn die Teilnehmerliste ist schon beeindruckend, beinahe alle größeren Verbände und Konzerne sind vertreten. Später geht es noch um Start-Up-Finanzierung und auch hier wird eifrig diskutiert.

Für mich war der Input sehr interessant, da wir bei „Provinzglück“ mit „Homepagemeister“ gerade unser eigenes neues Start-Up an den Markt gebracht haben. Auch wir sind innovativ und passen uns an die veränderte Geschäftswelt an.

Was ich wirklich zugeben muss: Die Veranstaltung hat mein Bild von der SPD gründlich zurechtgerückt! Bisher erschien mir die Deutsche Sozialdemokratie immer als Arbeitnehmer-, Beamten- und Rentnerpartei, getrieben von dem Wunsch, Gestriges zu erhalten. Hier habe ich etwas anderes erlebt. Die Organisatoren hatten ein offenes Ohr für die Diskussion und stiegen immer wieder mit ein. Ich konnte später mit modernen und zukunftsgewandten Abgeordneten über meine Nöte als Kleinunternehmer diskutieren und hatte dabei das Gefühl, dass ich verstanden werde.

Das Kanzleramt in der Abendsonne.

Das Kanzleramt in der Abendsonne.

a-ha in der Festhalle

a-ha in der Festhalle

Fast genau sechs Jahre nach ihrer Abschiedstour haben wir uns gestern Abend mal wieder a-ha live angeschaut. Dieses mal allerdings nicht open-air, sondern in der Frankfurter Festhalle. Morten wird wohl nicht mehr zu einer Rampensau werden, eine extrovertierte Bühnenshow ist nicht so sein Ding. Aber musikalisch war das Konzert ziemlich gut: Guter Sound, schöne Bühnengrafik und Lichtshow und wirklich toller Gesang. Bei „The Sun Allwals Shines On TV“ bekomme ich immer eine Gänsehaut, den Song fand ich schon als Teenager klasse. Live kommt von allen a-ha-Songs „Scoundrel Days“ am besten. Das Stück ist von CD eher durchschnittlich, knallt aber von der Bühne wirklich unheimlich. Ich bin mal gespannt, wann die drei Norweger ihre nächste Abschiedstour machen.

Share with your friends










Submit
Share with your friends










Submit
Share with your friends










Submit
Share with your friends










Submit
Share with your friends










Submit
Share with your friends










Submit
Share with your friends










Submit
Share with your friends










Submit