Es war ein grauer Novembertag im Juli, als Emilia das Licht der Welt erblickte. Zunächst kam sie allerdings als Emil auf die Welt. Aber fangen wir vorne an.

Nach einem wirklich interessanten Vortrag über Positionierungsmarketing in der Stadthalle Marburg und einem anschließenden Abendessen, kam ich am Dienstagabend relativ spät nach Hause. Tatjanas Bauchschmerzen hatten sich wohl nicht gebessert, denn sie sah sehr leidend aus. Gegen 0 Uhr sind wir dann ins Bett.

Karsten Henrich
Leider war die Nacht recht kurz, denn um 2 Uhr weckt mich Tatjana auf und sagt mir, dass ich sie in die Klinik fahren solle. Im ersten Moment frage ich mich, was das denn soll, es sind doch noch drei Wochen, aber ich stehe dann doch auf, wasche mich, ziehe mich an und bringe unsere Sachen ins Auto. Glücklicherweise fragt mich Tatjana im Auto noch mal, ob ich auch ihren Koffer eingepackt habe? Gut, dass sie gefragt hat, den hatte ich natürlich vergessen. Bin wohl doch etwas aufgeregt, komisch! Bei der Wahl des Fahrzeuges setze ich mich durch, so dass ich mit dem Spider nach Marburg blasen kann. Dachte ich mir zumindest, aber schon beim ersten zarten Beschleunigen ermahnt mich meine Frau, doch etwas langsamer zu fahren. In der Klinik wird Tatjana an ein CTG angeschlossen. Nach einem ausgiebigen Wannenbad, ziemlich ätzenden Wehen und viel Gepresse, kommt um 10:29 Uhr der Kleine zur Welt: Käseweiß und blutverschmiert. Ich schneide die Nabelschnur durch, die Hebamme macht ihn etwas sauber und dann wird er in ein Tuch gewickelt der überglücklichen Mutter auf die Brust gelegt. Wir diskutieren mit Hebamme und Ärztin über unsere Namensvorschläge.

Nach ein paar Minuten denke ich, du musst doch mal nachschauen, ob alles dran ist. Finger und Füße zählen, etc. Dann der Schock: »Der Bub hat ja gar keinen Schniedel!« – bemerke ich. Tatjana ist schockiert, weil sie an eine Behinderung denkt. Die Hebamme und die Schülerinnen schauen: »Das ist ja ein Mädchen!« Das war der Moment, an dem ich mich setzen musste.

Monatelang haben wir uns auf einen Sohn eingestellt. Die Frauenärztin war sich ihrer Sache ganz sicher und jetzt ein kleines Mädchen. Wie nennen wir die Kleine? Was machen wir mit den ganzen blauen Klamotten? Die Carrerabahn kann ich mir jetzt abschminken – solche Gedanken schießen mir durch den Kopf.

Einen Namen finden wir nach kurzer Diskussion und auch sonst hab ich mich prächtig an die Kleine gewöhnt. Und wie sagte Matthias so schön: »Jungs zeugen Jungs, Männer zeugen Mädchen.«

Kommentare:

Jochen Lang schrieb am 04.08.2009:
Lieber Karsten, liebe Tatjana!
Herzlichen Glückwunsch und alles erdenklich Gute für euch beide und eure Kleine!
Viel Spaß und Kraft an jedem neuen Tag.
Liebe Grüße
JOCHEN
P.S. Der Artikel ist genial!

Annette und Hugo Müller schrieb am 12.07.2009:
Herzlichen Glückwunsch!!!
Wir freuen uns sehr! Gottes Segen für die Kleine auf all ihren Wegen!!
Apropos Geschlecht: Vergeßt es! Hat uns an unsere Erlebnisse mit unserem zweiten Kind erinnert. Anders, aber ähnlich.
Hat mich auch, liebe Tatjana, an unser Gespräch nach der Darbringung von Lenard erinnert: Wie gerne wolltest du ein Mädchen! Jetzt hast du`s! Einfach super! Uns os überraschend! Ganz sicher auch toll für dich, lieber Karsten.

Liebe Grüße
Hugo und Annette

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